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# Die Welt im Blick 16.09.26
- URL: https://www.auslandsbericht.de/die-welt-im-blick-16-09-26/
- Published: 2026-09-16T23:49:45.000Z
- Updated: 2026-09-16T23:49:45.000Z
- Description: Europa rüstet mit billigen Raketen auf, weil man den USA nicht mehr traut. Amerikas Ölreserve ist marode. Chinas E-Autos verlieren an Wert – Chance für deutsche Hersteller. Der moderate Ölpreis trotz Iran-Krieg erklärt sich durch Chinas Lagerabbau, der nun an Grenzen stößt.
- Author: Marco Herack
- Tags: Elektroautos, ukraine, Geopolitik, Energirsicherheit, Ölpreis, China, usa, Rüstungsindustrie, Lieferketten

### Rückblick

Ich bin zwar noch im Urlaub, aber das administrative Warten auf "Deutschland" bzgl. unseres neuen Podcasts "Iran Massaker" ist so ausgiebig, dass ich mir etwas Zeit für den Newsletter hier freischaufeln kann.

In der letzten Ausgabe waren die Bilder etwas arg volumig, weswegen sie nicht bei allen geladen wurden. Das sollte nun besser sein. 

Die ergänzenden Links waren zudem nicht immer funktionsfähig. Ich habe da ein paar zusätzliche Korrekturschleifen definiert. Mal sehen, wie die AI damit umgeht.

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![](https://storage.ghost.io/c/28/b9/28b9aac2-58d3-4092-8b6a-1c36be6bff5f/content/images/2026/09/Geoo--konomie_klein.jpg)

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### Euro-Rocket

Seit die USA den Iran angegriffen haben, spüren die Ukraine und somit auch Europa, dass man sich in keinem Fall, nicht mal im Fall von reiner Marktlogik, auf die USA verlassen kann. Das Problem ist einfach, dass jede Alternative eine Menge Zeit braucht und das Ganze erst jetzt in Bewegung kommt.

Ein Part dieses Komplexes ist aber gar nicht so sehr mit Trump oder sonstigen politischen Eskapaden in den USA verbunden. Es ist eher, dass die USA weder auf die Kriege vorbereitet sind, die in Europa geführt werden, noch auf die Kriege, die selbst losgebrochen sind. Scheinbar wird in Friedenszeiten sehr viel Geld in der Rüstung darauf verschwendet, technologisch anspruchsvolle Waffen zu entwickeln und anzuschaffen, die dann in der Realität eher schwierig zu handhaben sind. Im Fall der Abwehr ballistischer Raketen oder gar Drohnen, geht es einerseits um viel zu teure Abfangraketen und andererseits um zu geringe Produktionsvolumina.

Nach über vier Jahren Krieg sollte man meinen, wäre dieses Problem gelöst. In der Realität sind wir aber erst jetzt so weit, das Problem zu lösen, nachdem die Ukraine ggü. Russland in Rückenlage geraten ist und nachdem die Golfstaaten nach Donald Trumps Angriff auf den Iran lernen mussten, dass die US-Verteidigungssysteme zu teuer für die Realität sind.

Die schlechte Nachricht in all dem ist, dass Europa wie auch die USA ihre Kriege nur in Reaktionen denken. Sie agieren nicht so, als ob sie gewinnen wollen. Sie befinden sich in einem absurden Situationsmanagement. Derweil arbeiten ihre Gegner sehr offen zusammen.

**Quellen:**

- (Substack / Missile Matters) [The Low-Cost Cruise Missile Market Moves Into Deep Strike](https://missilematters.substack.com/p/the-european-lower-cost-cruise-missile)
- (Reuters) [Ukraine war drives European demand for bigger, cheaper missile arsenals](https://www.reuters.com/business/aerospace-defense/ukraine-war-drives-european-demand-bigger-cheaper-missile-arsenals-2026-09-16/)

Weiterführende Links (AI generiert):

- (CEPA) [European Cruise Missiles? On the Way](https://cepa.org/article/european-cruise-missiles-on-the-way/) — Überblick über den Stand europäischer Low-Cost-Marschflugkörperprogramme und deren industrielle Grundlage
- (Aviation Week) [Europe Races To Close Deep-Strike Gaps](https://aviationweek.com/defense/missile-defense-weapons/europe-races-close-deep-strike-gaps) — Einordnung des technologischen Spektrums von Low-Cost-Drohnen bis hin zu Hyperschallsystemen
- (Grosswald) [European Deep Strike Tracker: ELSA, Tomahawk und Typhon](https://www.grosswald.org/european-deep-strike-tracker/) — laufend aktualisierter Überblick über alle europäischen Langstrecken-Strike-Programme
- (Defence Matters) [Europe turns to cheaper missiles as Ukraine war exposes limits of premium weapons inventories](https://defencematters.eu/europe-cheaper-missiles-ukraine-war-mass-production/) — Detaillierter Überblick über die Produktionsstrategie europäischer Hersteller inkl. Frankenburg und Destinus
- (Missile Matters / Substack) [2026: The Year of the Mini Cruise Missile?](https://missilematters.substack.com/p/2026-the-year-of-the-mini-cruise) — Marktanalyse: Europäischer Bedarf von bis zu 20.000 Mini-Marschflugkörpern, Wettbewerber aus den USA und Europa
- (Yahoo News / Kyiv Independent) [Ukraine war latest: Zelensky says Russia produces 500 Shahed drones daily](https://www.yahoo.com/news/articles/ukraine-war-latest-live-sbu-123129297.html) — Kontextdaten zur russischen Drohnenproduktion und ukrainischem Abfangbedarf

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### Nichts ist sicher bei den Öl-Reserven der USA

Bevor ich mich damit beschäftigt habe, wie Öl-Reserven funktionieren, dachte ich, dass da irgendwo ein Tank steht und dann nimmt man das Öl rein oder raus. So wie man es braucht. 

Pustekuchen.

Es ist wesentlich komplizierter. In den USA hat man sich für Salzkavernen entschieden und das bedeutet zweierlei. 

1. Man kann nicht ständig Öl ab- und zuführen, weil das die Salzwände schmälert.
2. Es ist umstritten, wie viel des eingelagerten Öles man grundsätzlich abführen kann ohne das Lager dadurch unbrauchbar zu machen.

Aus meiner Sicht sind "strategische Reserven" genau das. Etwas, das man für den Notfall vorhält. Also erst eine Öl-Knappheit würde aus meiner Sicht dazu führen, dass man auf Öl aus den Reserven zugreift.

Biden sah das nach Russlands Angriff auf die Ukraine anders. Trump sieht das ohnehin anders, wenn der Öl-Preis nur hoch genug ist. Aber nach seinem Angriff auf den Iran, kann man immerhin handfeste Gründe dafür finden, dass die Reserve gebraucht werden wird.

Worauf man sich bei Trump ebenfalls verlassen kann, ist, dass er geizig ist und überall Geld rauspresst. Deswegen wurden die notwendigen Gelder für die Wartung der Anlagen der Öl-Reserven stark gekürzt und das wiederum beißt nun die Fähigkeit weg, auf diese Reserven zuzugreifen bzw. sie wieder aufzufüllen.

Auf die US-Öl-Reserven kann man sich also nur noch bedingt verlassen.

**Quellen:**

- (Substack / Construction Physics) [How the Strategic Petroleum Reserve Works](https://open.substack.com/pub/constructionphysics/p/how-the-strategic-petroleum-reserve?r=22vt2&utm%5Fmedium=ios)

Weiterführende Links (AI generiert):

- (Bipartisan Policy Center) [How the U.S. Strategic Petroleum Reserve Works](https://bipartisanpolicy.org/explainer/how-the-u-s-strategic-petroleum-reserve-works/) — Aktueller Policy-Kontext inklusive der jüngsten massiven Entnahmen und der Frage nach der Zukunft der Reserve
- (National Taxpayers Union Foundation) [Politics Drained the Strategic Petroleum Reserve, Reforms Can Refill It Without Soaking Taxpayers](https://www.ntu.org/foundation/detail/politics-drained-the-strategic-petroleum-reserve-reforms-can-refill-it-without-soaking-taxpayers) — kritische Analyse der politischen Instrumentalisierung und Reformvorschläge zur künftigen Nutzung
- (E&E News / Politico) [Aging Caverns Imperil Trump Push to Refill Petroleum Reserve](https://www.eenews.net/articles/aging-caverns-imperil-trump-push-to-refill-petroleum-reserve/) — Infrastrukturprobleme und Finanzierungslücken bei der geplanten Wiederbefüllung

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![](https://storage.ghost.io/c/28/b9/28b9aac2-58d3-4092-8b6a-1c36be6bff5f/content/images/2026/09/Ma--rkte_klein.jpg)

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## Elektroautos: Das Momentum läuft gegen Chinas Wunderkinder

Meine persönliche Erfahrung mit chinesischen Unternehmen ist folgende: Sie sind unglaublich schnell darin, für neue Märkte Angebote zu formulieren und Produkte an den Start zu bringen. Das Produkt reift dann aber beim Kunden. Das gilt extern wie auch intern. Also für das Produkt und den Kundenservice wie auch für die internen Vorgänge. Eine Folge dieses Vorgehens ist, dass chinesische Unternehmen eine Menge "Red Tape" um das Produkt herum aufbauen. Man beseitigt nicht nur Probleme, sondern baut sich um Workarounds herum auf, die wegen der Probleme notwendig sind.

Daraus eine sinnvolle Arbeitsstruktur zu schaffen ist nicht jedem möglich. Es geht, aber es ist eine Aufgabe für sich.

Entsprechend meinen persönlichen Erfahrungen stelle ich mir das Agieren chinesischer EV-Hersteller vor, von denen es kürzlich noch Unmengen gab, die sich gerade aber in einer Kontraktionsphase befinden. Bis Ende 2025 konnte man neue Käufer noch mit subventionierten Preisen finden. Die Zeiten sind vorbei. Nun zählt Verlässlichkeit und Qualität.

Da kommt es ungelegen, dass zugleich die erste Welle an EVs ein Alter erreicht, drei und fünf Jahre, die für Leasingfahrzeuge relevant sind und bei früheren Käufern, die ihr Auto gerne verkaufen möchten, um ein neueres Modell zu erwerben. Sie stellen fest: Gebrauchtwagenhändler tun sich schwer mit dreijährigen Autos und bei fünfjährigen will keiner mehr zuschlagen.

Gebraucht-EVs haben in China nach 3 Jahren einen Wert von 45 % des einstigen Kaufpreises, Tendenz sinkend. Die Batteriegarantie geht bis zu 8 Jahre. Aber die chinesischen Gebrauchtwagenhändler wollen schon nach 5 Jahren keine EVs mehr kaufen, weil es keine Standards zur Wertermittlung gibt, schon gar nicht über die verschiedenen Anbieter hinweg. Ab 5 Jahren, kann man argumentieren, ist die Batterie merklich runtergerockt, die Reichweite des Autos ist niedriger, und man muss sich überlegen, ob man die Batterie dann alsbald austauscht. Das kostet 1/3 des Neupreises. 

Ein Neuwagen hat die neueste Technologie an Bord, verfügt über eine größere Reichweite und hat eine Garantie. Die Rechnung fällt also zu Gunsten des Neuwagens aus.

Das alles erinnert an die Ängste deutscher Automobilbesitzer, die wegen genau solcher Probleme nicht "Early Adopter" sein wollten. Nun sind wir in Deutschland leidlich langsam, sodass dieses Problem eher nicht in Massen auftreten sollte. Für China aber ist es ein Zeichen eines sich schnell entwickelnden Marktes. Die neueren Generationen an Autos werden das Problem lösen. Es geht zusehends um Service und geschaffene Standards. Man kann darin eine Chance für deutsche Automobilbauer und ihr Marktverständnis sehen.

Ohnehin würde ich die deutschen Autobauer nicht totschreiben. Denn sie können Autos bauen. Volkswagen hat gerade einen Effizienzrekord bei EVs gebrochen. Man feilte an der Aerodynamik, arbeitete an Gewichtsreduktionen und setzte auf Effizienzminimierung. Heraus kam eine theoretische Reichweite von 1.400 Kilometern.

Nichts davon befindet sich in Serienproduktion, aber es zeigt Wege, die man hat. Dass man dabei auf die Erkenntnisse aus der Forschung für das Einliter-Auto setzte, zeigt, dass auch die Vergangenheit Wissen für das Heute beherbergt. Jetzt brauchen wir nur noch mehr Begeisterung für deutsche Technik.

Und auch hier haben die Deutschen viel zu bieten: Verlässlichkeit.

In China gab es zuletzt mehrere Vorgänge, die das Leben der Deutschen erleichtern sollten. Die chinesischen Autobauer wollen ihre Entwicklungszyklen von 24 auf 18 Monate reduzieren. Das Auto ist in dieser Denkweise das neue iPhone. Die chinesische Regierung hatte eine andere Idee und fordert von den Herstellern nun "Selbstprüfungen", die dann in Rückrufen münden sollen, wenn Probleme entdeckt werden. Als Hintergrund gilt, dass viele chinesische Autohersteller die Sicherheit der Autos vernachlässigt haben. Das wird nun auch die Entwicklungszyklen selbstfahrender Autos hemmen, denn auch diese werden härter geprüft.

Zugleich zeigt sich bei den Batterien eine Marktveränderung. Li Auto hat begonnen eigene Batteriezellen für seine Fahrzeugen zu entwickeln und über Sunwoda zu verbauen, um die Abhängigkeit von CATL zu reduzieren. Der Aktienkurs von CATL war bereits unter Druck, verlor daraufhin aber weitere 10 %, da man im Markt nun diskutiert, ob sich die Idee eines großen Herstellers wird halten können. Vermutlich nicht. Denn auch Xiaomi, Xpeng und Aito haben ihre Lieferanten über CATL hinaus ausgeweitet. 

(Der nächste Kampfbereich dürfte Software werden, was dann wiederum Huawei betrifft.)

Hier zeigt sich, dass man als Hersteller eine kohärente Strategie braucht, die Marktschwankungen aushält. Oder Partner, auf die man dann umsteigen kann. Li Auto hat sich die Option seit 2017 offengehalten und mit zunehmenden Verkäufen eigener Modelle wurde sie nun interessant.

Das sind alles Ereignisse, die die deutschen Autobauer gerne hören werden. Denn es levelt die Konkurrenzsituation gen deutschen Standards und macht den Markt damit einfacher. Bei Batterien tun sich durch die Marktfragmentierung ebenfalls neue Chancen auf. Nun braucht es nur noch mehr und gute EV-Modelle.

**Quellen:**

- (The Verge) [Volkswagen's slippery new EV breaks a bunch of efficiency records](https://www.theverge.com/transportation/994670/volkswagen-mission-efficiency-ev-aero-drag-record)
- (Rest of World) [Think your EV holds its value? China has some bad news for you](https://restofworld.org/2026/china-used-ev-depreciation-five-year-battery-warranty-dealers/)
- (Reuters) [China launches year-long auto quality drive, mandates defect recalls](https://www.reuters.com/legal/litigation/china-launches-year-long-auto-quality-drive-mandates-defect-recalls-2026-08-27/)
- (electrive) [Li Auto ersetzt CATL durch eigene Batteriezellen](https://www.electrive.net/2026/09/12/li-auto-ersetzt-catl-batteriezellen/)
- (Bloomberg) [CATL Shares Drop 10% in Two Days as Outlook Worries Mount](https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-09-16/catl-shares-drop-10-in-two-days-as-outlook-worries-mount)

Weiterführende Links (AI generiert):

- (InsideEVs) [Volkswagen Mission Efficiency: The Most Efficient EV Ever Tested](https://insideevs.com/news/808168/volkswagen-mission-efficiency-concept-range-charging-test/) — Detaillierte technische Beschreibung des Rekordlaufs und der Karosseriemodifikationen
- (Motor1) [Volkswagen Just Built An EV That Can Go Nearly 500 Miles On A Charge](https://www.motor1.com/news/808114/vw-mission-efficiency-concept-specs-photos/) — Einordnung in VWs historische Effizienzprojekte und Vergleich mit aktuellen Produktionsplänen
- (CarBuzz) [VW Rewrote The Rules Of Aerodynamics Once, Now It's Embarrassing Rivals All Over Again](https://carbuzz.com/vw-mission-efficiency-electric-reveal/) — Vergleich mit dem bisherigen Rekordhalter Lucid Air (0,197 Cd) und Bewertung der Rekorddefinition
- (AAA) [Understanding EV Depreciation: What to Know Before Buying a Used EV](https://ev.aaa.com/articles/understanding-ev-depreciation-what-used-ev-buyers-need-to-know/) — Vergleichsdaten zu EV-Wertverlust in den USA und Rolle von Batteriegarantie bei der Preisfindung
- (Recharged) [Used EV With Best Battery Warranty (2026 Guide)](https://recharged.com/articles/used-ev-with-best-battery-warranty) — Praxisorientierter Vergleich verbleibender Garantiezeiten bei Gebraucht-EVs für Käufer 2026
- (iEVChina) [EV Depreciation Leaderboard 2026: Best & Worst Resale Value](https://ievchina.com/insights/ev-depreciation-leaderboard-2026-which-models-hold-value-best/) — Modellbezogene Wertverlustdaten für den US-Markt als Vergleichsfolie zum chinesischen Befund

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### Der Öl-Preis und die Krise

Eines der größeren Fragezeichen der neueren Geschichte war der erstaunlich niedrige Öl-Preis im Angesicht des Iran-Krieges und der geschlossenen Straße von Hormuz. Wie im Lauf der Zeit sichtbar wurde, war der moderate Öl-Preis auch deswegen möglich, weil China seine vollen Öl-Lager nutzte, um seine Käufe am Öl-Markt runterzufahren. Man baute Lagerbestände ab.

In Zahlen: Vor Kriegsausbruch kaufte China 12 mbd (million barrel per day). Diese Käufe reduzierten sich auf 7,1 mbd im Juni und stiegen im August auf 8,9 mbd. Für September werden nun Käufe über 9 mbd erwartet. Daraus lässt sich schließen, dass die Lager in China nicht mehr übermäßig voll sind und eine gewisse Vorsicht bei der Lagerhaltung eintritt. 

Dies auch mit Blick darauf, dass der Krieg kein schnelles Ende finden wird. Die Ausfuhren über die Straße von Hormuz sind aktuell auf einem Tiefpunkt. Und die Umgehungsroute Bab al-Mandab ist bedroht. Über den Suezkanal bekommt Saudi-Arabien nicht sehr viel rausgeschippert, auch weil die Pipeline gen Yanbu aktuell geschlossen werden musste. Für China ist ebenfalls relevant, dass iranische Öl-Ausfuhren seitens der USA weitestgehend gestoppt wurden.

Es gibt aktuell einen sonderbaren Zustand, in dem der Schmuggel beider Seiten der Hauptexportweg ist, was aber einer gewissen Unsicherheit entspricht.  
  
All das sieht man mittlerweile in den Preisen und Lieferketten. Diverse Knappheiten führen wie gehabt zu höheren Preisen. In den USA war man aber noch der Meinung, dass man Handelskriege anzetteln muss, die die Preise durch Zölle ebenfalls erhöhen. Und dann gibt es noch die durch AI-Investments induzierten Knappheiten und Preissteigerungen. Die Klage der Produzenten in den USA ist entsprechend eindeutig: Mehr Anstrengungen für das gleiche Ergebnis.

In Zahlen: Die Lieferkettenkosten werden 2026 bei 2,3 bis 4 % über der Inflation liegen. Eine breite Spanne, aber jede 0,1 % über der Inflation weist auf hemmende externe Faktoren hin. Obendrauf kommen höhere Lieferzeiten und Lagerkosten.

Man kann die Inflation nicht übersehen, die großteils selbst induziert ist. In China sehen wir eine ölpreisgetriebene Inflation bei gleichzeitiger Kontraktion der Preise. Die schlimmste Form der Inflation, weil sie Kaufkraft kostet. Die Binnenwirtschaft liegt weiter brach.

Für die westliche Welt sehen wir derweil stark inflationäre Tendenzen. Die Mischung ist ebenfalls toxisch, da die Tendenz gen sinkender Kaufkraft geht. Diese Inflation schafft keine Werte, sie ist nicht boombedingt. Es ist schwer vorstellbar, wie in dieser Gesamtsituation steigende Zinsen vermieden werden können. Steigende Zinsen waren in der Vergangenheit immer wieder der Vorreiter wirtschaftlicher Schwierigkeiten. Daher ist ein Hauptdiskussionspunkt zurzeit, ob sich Europa den US-Schwierigkeiten wird entziehen können.

**Quellen:**

- (FT) [US manufacturers hit by fresh burst of supply chain cost inflation](https://www.ft.com/content/e14542d9-2bc5-49c8-8e7e-c9656b0a2d36?syn-25a6b1a6=1)
- (FT) [Chinese oil prices hit record highs after attacks on Saudi pipeline](https://www.ft.com/content/3a88d016-9575-4c11-bd34-14606964a867?syn-25a6b1a6=1)
- (Substack) [How the Strategic Petroleum Reserve Works](https://open.substack.com/pub/constructionphysics/p/how-the-strategic-petroleum-reserve?r=22vt2&utm%5Fmedium=ios)

Weiterführende Links (AI generiert):

- (Manufacturing Dive) [Manufacturers balance costs, inventory amid uncertain rate environment](https://www.manufacturingdive.com/news/manufacturing-interest-rates-supply-chain-costs-2026/823337/) — Branchenüberblick zu Zins-, Energie- und Geopolitikrisiken für US-Hersteller im zweiten Halbjahr 2026
- (TD Economics) [U.S. ISM Manufacturing Index — August 2026](https://economics.td.com/us-ism-manufacturing-index) — Detailauswertung des August-PMI mit Bewertung der Preisdruckkomponenten
- (Supplychain360) [Supply Chain Costs Seen Outpacing Inflation To 2026](https://supplychain360.io/procurement/supply-chain-costs-2026-outlook/) — Kearney-Primäranalyse zu strukturellen Kostantreibern jenseits kurzfristiger Frachtraten
- (CNBC) [Oil's safety net is fraying as Saudi Arabia races to restart a key pipeline](https://www.cnbc.com/2026/09/15/oil-prices-saudi-arabia-east-west-pipeline-iran.html) — Analyse zur Marktlage: Preise unter 100 Dollar gelten als unwahrscheinlich, solange Pipeline offline bleibt
- (BNN Bloomberg) [Oil prices climb as attacks, pipeline outage deepen Saudi supply concerns](https://www.bnnbloomberg.ca/markets/oil/2026/09/15/oil-prices-climb-as-attacks-pipeline-outage-deepen-saudi-supply-concerns/) — Goldman-Sachs-Einschätzung: Pipeline-Angriff erhöht Wahrscheinlichkeit von Brent über 120 Dollar
- (US GAO) [The Strategic Petroleum Reserve — Does the U.S. Have a Long-Term Plan Amid Massive Drawdowns?](https://www.gao.gov/blog/strategic-petroleum-reserve-does-u.s.-have-long-term-plan-amid-massive-drawdowns-maintenance-backlogs) — Kritischer Bericht zur Zukunft der strategischen Reserve: Wartungsrückstände, historisch niedrige Bestände

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