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Warum die Emirate aus der OPEC ausgetreten sind

Marco Herack
Marco Herack
10 minuten gelesen
Warum die Emirate aus der OPEC ausgetreten sind
Oman (Privat)

Das Verlassen

Der Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) aus der OPEC hat letzte Woche einige Wellen geschlagen und die Analysen waren schnell geschrieben. Die VAE befreien sich von der OPEC, um mehr Öl zu verkaufen. Sie machen sich frei von Saudi-Arabien, das sich als Führer der Arabischen Welt betrachtet. Die Emirate nähern sich den USA und Israel an, was wiederum durch den Ausbruch des Iran-Krieges kanalisiert wurde. Sie fühlen sich von ihren Bruderstaaten verraten.

Keine dieser Lesarten ist falsch — und doch fehlt die wichtigste: Es gibt einen ideologischen Bruch zwischen den Golfstaaten in der Frage, wie man Krisen handhabt, und dieser Krieg legt ihn offen.

Wohlüberlegte Klassenkeile

Die Iraner führen den Krieg sehr effektiv. Während man nach Kriegsausbruch ad hoc den Eindruck gewinnen konnte, dass sie auf alle und jeden am Golf losgehen, zeigt sich mittlerweile, dass sie sich sehr genau überlegt haben, welches Land wie zu handhaben ist und welche strategischen Implikationen sich daraus ergeben. Zum Beispiel wurden Bahrain und Kuwait stark angegriffen, weil man hoffte, die dortigen schiitischen Bevölkerungsanteile für seine eigenen Zwecke zu aktivieren.

Ich habe mit Hilfe von Claude.ai eine Tabelle erstellt, die uns einen Hinweis darauf geben soll, welches Land wie stark von den iranischen Angriffen betroffen war. Als Faktor habe ich die Landfläche genommen. Mir ist klar, dass der Faktor nicht perfekt ist, mir geht es aber vor allem darum, ein Gefühl dafür zu bekommen, wer wie stark betroffen war und zwar unabhängig von den rein nominalen Zahlen der ‚Drohnen, ballistischen Raketen und Marschflugkörper’, die ich im ‚Gesamt’ kumulieren lassen habe.