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WM-Gewinner China

Marco Herack
Marco Herack
2 minuten gelesen
WM-Gewinner China
Kintamani (Privat)

Haaland erobert chinesische Herzen

Die Fussball-WM der Männer in 2026 ist ein faszinierendes Feld an zerstörten Selbstwahrnehmungen. Während man in Deutschland seine gewohnt hohen Ansprüche massiv streicht und sich selbst die Mittelmäßigkeit attestiert, feiert Ägypten das Unerwartete. Siege, Tore und mit Mohamed Salah einen Nationalhelden.

Als Deutsche grämt uns bei so einer Fussball-WM vor allem die glorreiche Vergangenheit. Dass sportliche Ungleichgewichte zwischen den Nationen durch einen global organisierten Fussball abnehmen, liegt als Gedanke nahe. Dass 5 Spieler der deutschen Nationalmannschaft sich vorm Elfmeter drücken, zeigt die psychologische Unreife des deutschen Spitzensports. Eine ängstliche Nation gebiert ängstliche Sportler.

Grämen müsste man sich aber nicht, denn Deutschland ist wirtschaftlich eines der stärksten Länder der Welt. Ein Meister der Globalisierung und nicht allein dabei, wirtschaftlich erfolgreich, aber fussballerisch schwach zu sein: China hat sich seit 1930 nur einmal (2002) für eine Fussball-WM qualifiziert.

Man verfügt mit dem Schiedsrichter Ma Ning aber über einen exzellenten Selbstvermarkter, der sich auf dem sozialen Netzwerk Xiaohongshu (kleines rotes Buch) das Label ‚Meister der Karten‘ verpasst hat und diverse Sponsorships einsammeln konnte. In Abstinenz einer spielenden Mannschaft ist er der WM-Held für viele Chinesen.

Den größten Marketing-Erfolg hat China aber dem norwegischen Spieler Erling Haaland zu verdanken. Ein Kerl, den man früher wohl ‚Type‘ genannt hätte. Komplett für sich stehend mit einem Hang zum Spiel als verrückter Wikinger. Der chinesische Kräutertee-Hersteller Wang Lao Ji (westlich: Walovi) engagierte Haaland im Vorfeld der WM und kreierte Werbespots, die zu seiner Persönlichkeit passen.