(102) Wer verteidigt Deutschland?
Die Bundeswehr ist beliebt – doch wer würde im Ernstfall kämpfen, helfen oder weitermachen?
Inhaltsverzeichnis
Manchmal finde ich unsere Mediendebatten etwas sonderbar, weil sie die Welt vor allem nach Gefühl ordnen. Besonders gut lässt sich das bei der Bundeswehr beobachten: Keiner will kämpfen, die Alten hassen die Jungen und so weiter und so fort.
Wir haben uns das in Zahlen angeschaut, und wundersamerweise ist vieles ein wenig anders, als man durch die mediale Brille vermuten würde. Timo Graf vom Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr verantwortet die Bevölkerungsbefragung, die seit 1996 jedes Jahr persönlich in den Haushalten erhoben wird. (Timo ist seit 2018 mit der Studie befasst)
Rund drei Viertel der Deutschen sehen die Bundeswehr positiv. Das gilt nicht erst seit 2022, sondern seit es die Messung gibt. Mit dem russischen Angriff auf die Ukraine hat sich vor allem die Bereitschaft verändert, mehr Geld für Verteidigung auszugeben: Sie sprang von 41 auf 59 Prozent.
Und ja, nur gut ein Drittel würde Deutschland mit der Waffe verteidigen. Allein unter den 20- bis 40-Jährigen sind das aber sechs bis sieben Millionen Menschen, so viele, wie ein baltischer Staat Einwohner hat. Am höchsten ist die Bereitschaft übrigens bei Menschen mit Migrationshintergrund und bei den Anhängern der SPD. Fragt man nicht nur nach der Waffe, sondern auch nach Zivilschutz oder Sanitätsdienst, wären jeweils rund 40 Prozent dabei.
Außerdem sprechen wir darüber, warum die Solidarität mit den NATO-Partnern im Osten nachlässt, sobald es konkret wird, und was die Bundeswehr selbst daran ändern könnte.
(Der Teasertext ist eine Mischung aus Marco und einer AI-Zusammenfassung)
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